Der Zebrapinguin
Der Zebrapinguin - Das neue Logo von Hans-Willi Walter | Spielzeug-Raritäten
Damit Sie die Marke "Hans-Willi Walter - Spielzeug-Raritäten" immer und überall auf den ersten Blick erkennen, habe ich die Stuttgarter Kommunikationsdesignerin Karen Neumeister beauftragt, das neue Logo zu gestalten.
Es hat eine lange Tradition, Tiere als Markenzeichen zu verwenden. Da die geläufigen Gattungen in der Regel schon einer Marke zugeordnet werden können, musste ich bei der Suche nach dem geeigneten Zweibeiner die traditionellen Grenzen überschreiten.
Zunächst dachte ich dabei an die berühmte Steinlaus, die aber schien mir zum einen zu klein und zum anderen bereits von Loriot zum Klassiker geweiht. Der Zebrapinguin dagegen gilt selbst unter Polarforschern als große Rarität - am Südpol übrigens so selten wie in Südpolen - und war somit für mein Unternehmen prädestiniert.
Während der Polarforscher vielleicht ein Leben lang darauf warten muss, einen Zebrapinguin in Händen halten zu können, sind Sie nur einen Anruf von Ihrer lange gesuchten Rarität entfernt. Allen, die den Zebrapinguin nur vom Hörensagen kennen, möchte ich hier das ungekürzte Werk eines bislang wenig
bekannten Nachwuchsautors vorstellen:
Der Zebrapinguin - Ein Kurzroman
Als die ersten Exemplare des freilaufenden Zebrapinguins erstmals vor wenigen Jahren in einer Waldlichtung in der Nähe von Monte Leone gesichtet wurden, waren führende Wissenschaftler ob dieser bis dahin unbekannten Tierart zunächst irritiert.
Die naheliegende Vermutung, er sei ein Verwandter eines schwimmenden Tieres, welches dem Namen nach zwar aus Entenhausen hätte stammen können, aber nachweislich nicht durch die Kreuzung einer asiatischen Großkatze, deren Vorfahren gelegentlich mit Säbelzähnen ausgestattet waren, abstammt, konnte schnell widerlegt werden.
Auch die biologisch gestützte These, der Vater könne tauchen und die Mutter hätte vier gestreifte Füße, hat sich nicht verifiziert.
Frau Prof. Dr. Sieglinde Mohr-Weiss, eine profilierte Vertreterin animaler Hybride der Eisberguniversität Schollenwalde, konnte als eine der Ersten die Entstehung dieser neuen Tierart wissenschaftlich dokumentieren.
Die Erwärmung der Erde in der ersten Dekade des dritten Jahrtausends zwang Kolonien von Königspinguinen vom Südpol gen Norden vorbei an ehemaligen deutschen Kolonialgebieten (aha!) abzutauchen.
Im Spätherbst erreichten die ersten dieser königlichen Kolonialpinguine die Wälder von Giardino delle Cavalle, einem etwas größeren Ort unweit von Monte Leone, wo sie beschlossen, ihren Winterschlaf abzuhalten. Als die Fettvorräte im fortschreitenden Frühling zur Neige gingen, waren sie über die Äste der Bäume verärgert, deren Schatten den Sonnenbrand ihrer Felle durchstreiften.
Nur ein Einziger erkannte beim Blick auf die sich spiegelnde Wasseroberfläche die Perspektive der neuen Optik und konnte sich durch einen lukrativen Werbevertrag nicht nur über mehrere Jahre, sondern auch
über Wasser halten.
Roman Kurz